02. Juli 2017

02.07.2017 Tagesfahrt - Die hinkende Germanin


Schwarze Wolken, Regen und eine verletzte, tote Deutsche.  Recht düstere Vorgaben für einen letztendlich doch bunten und abwechslungsreichen Tag.

Eine große Anzahl Mitglieder und ein paar „Frischgfangte“ trafen sich wieder bei unserem Dorfwirt in Hennersdorf. Aufgrund der diesmal etwas längeren Strecke und der großen Anzahl von Fahrzeugen, war es notwendig recht pünktlich aufzubrechen. Das älteste Fahrzeug der Gruppe fuhr gleich ganz vorne mit um ja nicht den Anschluß zu verlieren. Auch ein Motorradfahrer – ein „Frischgfangta“ war so mutig trotz leichtem Regen und vielen dunkelgrauen Wolken die Fahrt zu Starten. Dann ging‘s los Richtung Münchendorf. Leider wurde aus dem leichten Regen dann doch noch ein Heftiger und nach Velm musste uns der Motorradfahrer verlassen. – Schade. Die lange Blechschlange bewegte sich dann durch schon beinahe reife Getreidefelder die in der Ebene fast endlos erschienen Richtung einer kleinen Hügelkette die sich LeithaGEBIRGE nennt.  Einmal über dem Berg war es dann nur mehr ein kleiner Katzensprung bis zu unserem ersten Highlight. Ein kleines Dorfmuseum in Jois am Neusiedlersee birgt ungeahnte Schätze. In vielen kleinen Räumen wurden wundersame Dinge ausgestellt, die allesamt meist beim Bestellen der Äcker oder im Weingarten beim Arbeiten gefunden wurden oder noch aus Dachböden und Scheunen der angesiedelten Bevölkerung stammen.

Recht lustig auch die Geschichte vom Fund der hinkenden Germanin: „Das Bundesheer macht regelmäßig in der Gegend Übungen mit scharfer Munition, die dann aber bis auf die letzte Kugel wieder eingesammelt werden muss.“ Bei so einer Übung konnte einmal die Letzte nicht gefunden werden. Erst ein weiterer Suchtrupp stellte fest, dass die letzte Kugel scheinbar Jemanden getroffen haben muss. Entsetzt wurde Meldung gemacht. Es konnte aber dann festgestellt werden, dass nicht der Übungsschuß von unserem Bundesheer am Tod Schuld war, sondern, daß der Tod schon etwas länger eingetreten war. Nämlich ungefähr im 4. oder 5. Jahrhundert nach Christus. Den Namen „hinkende Germanin“ bekam das ausgestellte Skelett, weil eine Beinverletztung darauf schließen lässt, dass die gute Frau die letzten Jahre ihres Lebens gehinkt hat.

Scheinbar hat der hungrige Magen der Fahrer die Fahrzeuge zu Höchstleistungen angetrieben. Recht flott fuhren wir noch einige Zeit am Neusiedlersee entlang, um dann bei Donnerskirchen wieder über das Leitha – ha ha – gebirge in die burgenländische Ebene zu kommen. Auch das Parkplatzsuchen und einparken ging recht flott. Nach der Stille, die dann eintrat als das Mittagessen serviert wurde, gehe ich mal davon aus, daß es dann auch ganz gut geschmeckt hat. Wie eine bunte Perlenkette aus Blech zieht sich unsere Gesellschaft zwischen goldenen Weizenfelder zur letzten Station. Die gläserne Burg. Hier erwarteten uns nicht nur mit sehr viel Humor vorgetrage Informationen, sondern auch ein wahrlich kunstvoller Farbenrausch. Während sich einige nach der Führung von dem anstrengenden Tag im Cafe erholten, genossen noch viele den sehr romantisch angelegten Teich mit seinen zum Teil verstecken Kunstwerken, das Palmenhaus oder im obersten Stock die Galerie mit wirklich eindrucksvollen aus Glas gefertigten Wunderwerken bis dann auch der Allerletzte den Weg zu Kaffee und Kuchen gefunden hat.

Bericht von Ursula Christine Serloth


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